Zur Tradition und Geschichte des Bad Emser Parkland-Golf-Course

Bereits 1928 fiel in Bad Ems der Startschuss zum Bau des 18-Loch-Meisterschafts- Golfplatzes. Die traditionsreiche Kurstadt war einst auch bekannt als Kaiserbad, in dem Kaiser, Könige sowie der russische Zar verkehrten. In den 20er Jahren wollte das Staatsbad seine Attraktivität im internationalen Wettbewerb erhöhen und durch die Möglichkeit zum Golfspielen erweitern. Die in Berlin ansässigen "Vereinigten Golfarchitekten" Major Charles A. MacKensie und Major a. D. F. G. Fahrenholz sowie der ortsansässige Regierungsbaumeister Karl Hoffmann werden beauftragt, in der Gemarkung Eitelborn einen 18-Loch-Meisterschafts-Golfplatz zu bauen.

Wo Golfgeschichte geschrieben wird
Die Denzerheide bei Bad Ems wurde zu einem der wichtigsten Austragungsorte internationaler Turniere und Treffpunkt der internationalen Golfelite.
Der Neustart nach dem Krieg
Der internationale Kurbetrieb war inzwischen ziemlich zusammengebrochen und so hatte auch die Staatsbad GmbH kein Interesse mehr, die Golfanlage selbst zu betreiben.
Karl Hoffmann ist nun auch treibende Kraft für den Wiederaufbau des Platzes nach der kriegsbedingten Schließung. Er hatte, laut Zeitungen, allerdings große Mühe die finanziellen Mittel zu beschaffen. So ist es wohl allein seinem unglaublichen Engagement zu verdanken, dass bereits 1955 wieder ein 18-Loch-Meisterschaftsplatz eröffnet werden konnte.
Der ebenfalls von Karl Hoffmann bereits 1948 gegründete MGC e.V. übernahm dann im Jahr 1977 durch einen langfristigen Pachtvertrag endgültig die Verantwortung für das Geschehen auf der Denzerheide. Aufgrund der großen Tradition hatte der Platz noch immer eine gewisse Vorrangstellung in Deutschland. Und Golfspielen war auch noch immer ziemlich elitär.


Nach den Mastersiegen von Bernhard Langer boomte die deutsche Golfszene
Es kam ein gravierender Umschwung. Der Golfsport wurde unglaublich populär, mehr hin zum Volkssport und es entstand ein regelrechter Golfplatz- Bauboom. Dies führte zu über 700, teils hervorragenden, Golfanlagen in Deutschland. In dieser ganz neuen Wettbewerbssituation fiel der traditionsreiche Bad Emser Platz in der öffentlichen Wahrnehmung sowie im Ranking regional und deutschlandweit mehr und mehr zurück.
Und dann kam im Oktober 1996 vom Landesrechnungshof die Aufforderung, den Golfplatz zu verkaufen. Eine öffentliche Ausschreibung bleibt ohne Erfolg, es findet sich kein Käufer für den noch langfristig verpachteten Platz.
Erst im jahr 2007 kann die Staatsbad GmbH die Golfanlage an den Unternehmer und MGC-Clubmitglied Bernhard Ehl verkaufen. Der überträgt später den privat gekauften Platz als Schenkung in die gemeinnützige Anne-Ehl-Stiftung.
Und nachdem Ende 2024 das bestehende Pachtverhältnis beendet wurde, konnte die GC Bad Ems Betriebs GmbH im Auftrag der Stiftung aktiv werden. Durch ein umfangreiches Sanierungs-, Modernisierungs- und Redesignkonzept soll die Anlage wieder zu einem der führenden Parkland-Golfanlagen werden, pünktlich zum einzigartigen, 100-jährigen Jubiläum.
